“Learning contents must have something to do with the reality of children!” [German]

Im Sommer 2018 hat Franziska an einer Berliner Grundschule ihr Referendariat erfolgreich absolviert. Seit Oktober 2018 lebt und arbeitet sie in Nizza. Dort unterrichtet sie vor allem als Fremdsprachenlehrerin an einer Grundschule. LernVR hat sie vor ein paar Wochen interviewt, um herauszufinden, vor welchen Herausforderungen sie als Lehrerin steht und um eine Einschätzung zum Thema Virtual Reality zu erhalten.



Welche typischen Schwierigkeiten haben Schüler beim Lernen?

Meiner Meinung nach, haben immer mehr Kinder Schwierigkeiten sich im Unterricht zu konzentrieren und sich für den Lerngegenstand zu begeistern. Das mangelnde Interesse hindert sie oft am Lernen.

Wichtig ist es, dass der Lerngegenstand mit ihrer Lebenswirklichkeit zu tun hat und ihnen somit einen Zugang zu diesem bietet. Die Lernmotivation wird durch Methodenwechsel und Wechsel der Sozialform sowie mit ansprechenden und anschaulichen Medien gesteigert. Außerdem sollten, soweit es möglich ist, unterschiedliche Lernkanäle angesprochen werden. 

Um die Kinder in ihrem Lernprozess zu unterstützen ist es ebenfalls wichtig, dass sie nicht über- bzw. unterfordert sind.  

Bist du selbst vor Herausforderungen konfrontiert, wenn du Schülern Wissen beibringst?

Auf jeden Fall! Schüler zu unterrichten ist ein spannender Job, ist aber selbst mit Herausforderungen verbunden. Die zunehmende Heterogenität (nicht zuletzt das Resultat der Inklusion), die teilweise zu vollen Klassen und die unterschiedlichen Bedürfnisse der Schüler zu befriedigen, stellen Lehrer vor immer größeren Herausforderungen. Lehrer müssen ihren Unterricht immer stärker differenzieren, um allen Bedürfnissen gerecht zu werden. Dies erfordert viel Zeit und Kreativität. Unterschiedliche Arbeitsblätter müssen angefertigt werden, Texte umgeschrieben werden etc. Macht ein Lehrer das nicht, ist die Gefahr groß, dass ein Teil der Schüler abschaltet und den Unterricht stört. 

Allgemein müssen Lehrer immer neue Wege finden, um Kinder zu motivieren und sie für den Lernstoff zu interessieren.

Was hältst du von unserer VR-Lernsoftware-Lösung?

Ich finde sie echt sehr interessant!! Kinder haben bestimmt sehr viel Spaß mit einer VR-Lernsoftware und würden sich bestimmt mehr für den Unterricht und den Lerngegenstand interessieren. Die Aufmerksamkeit der Schüler zu erhalten, könnte damit spielend leicht für den Lehrer sein.

Solche Softwares haben auch den großen Vorteil, dass Kinder nach ihrem eigenen Tempo lernen können. Ein super Differenzierungsmittel und eine echte Hilfe für den Lehrer.  

Fallen Dir konkrete Anwendungen für die Software ein?

Ich könnte mir den Einsatz eurer VR-Lernsoftware im Geschichts-, Erdkunde- oder Biologieunterricht gut vorstellen. Lerninhalte könnten so ansprechend übermittelt werden. Es muss unheimlich spannend sein, in den menschlichen Körper hineinzutauchen und genau zu verstehen und zu beobachten, was im Körper passiert und wie unsere Organe funktionieren. Ähnlich spannende Themen könnten im Geschichtsunterricht das Alte Rom oder im Erdkundeunterricht Planeten sein. 

Auch für meinen Sprachunterricht wären solche Lernprogramme hilfreich. Um meine französischen Schüler virtuell nach Deutschland zu bringen zum Beispiel, und sie dort mit dem Land und der Kultur vertraut zu machen. Mit Hilfe der Lernsoftware könnten sie in einem typischen deutschen Restaurant Wiener Schnitzel oder Currywurst in der Fremdsprache bestellen – das kommt der Realität schon ziemlich nah und ist doch sehr authentisch! 

Wie würdest Du die Software in Deinem Klassenunterricht nutzen?

Ich sehe die VR-Lernsoftware als eine Ergänzung zum Unterricht. Im Fremdsprachenunterricht würde ich den Schülern zuerst Vokabeln zum Thema beibringen. Anschließend können sie dann in Gruppenarbeit verschiedene Dialoge schreiben. Die VR-Lernsoftware bietet ihnen dann die Möglichkeit in das Land der Zielsprache zu reisen und ihren Dialog vor Ort zu spielen. Damit wird die Theorie in die Praxis umgesetzt.